Spielen hat für mich etwas mit Zeit zu
tun. Lernen hat für mich auch etwas mit Zeit zu tun.
Spiele mache ich meist, wenn ich Zeit
habe, und diese mit etwas leichtem lockerem schönen ausfüllen
möchte.
Ich lernen (bewußt), wenn ich etwas
erreichen möchte, wenn ich mein Wissen vermehren möchte –
meistens fehlt mir dazu Zeit und ich muss sehen, dass ich ein kleines
Zeitfenster möglichst effizient nutze.
Somit besteht für mich der Unterschied
zwischen Spielen und Lernen darin, dass ich im einen Fall viel Zeit
zur Verfügung habe und diese beliebig füllen kann, im anderen Fall
habe ich wenig Zeit aber viel, was ich erfüllen möchte.
Im Vortrag vom 23.05. wurde
angesprochen, dass Erwachsene es verlernt haben zu spielen bzw. es
verlernt haben, sich spielerisch Dinge anzueignen. Dem stimme ich nur
teilweise zu. Wenn ich meine Bekannten sehe, wie sie an ein neues
Handy herangehen, wie sie an neue Software herangehen, so ist das
eine Menge spielerischer, als ich es noch aus der Generation meiner
Eltern kenne: Das Handbuch ist zweitrangig geworden.
Der Aussage, dass Erwachsene Spielen im
Umfeld von Weiterbildung im Beruf verlernt haben, stimme ich mehr zu.
Ich finde es albern, wenn man auf Fortbildungen mit Luftballons oder
Bällen werfen soll. Ich finde es albern Gruppenspiele für das
Gemeinschaftsgefühl auf Weiterbildungen zu spielen. Meistens steht
dort nämlich nicht der Gedanke des Spielens im Vordergrund, sondern
die Pädagogik, die das Spiel kaschieren soll – es aber nicht
schafft.
Genauso ist es in meinen Augen auch
beim Digital Game Based Learning (DGBL). Steht das Lernen oder die
Technik (hey ich bin ein Lernspiel!) zu sehr im Vordergrund, dann
macht es das Spiel kaputt. Steht dagegen das Spiel im Vordergrund,
dann bekommt man den Kick und es macht Spaß.
Was das DGBL für mich in der
Vergangenheit ebenfalls uninteressant gemacht hat, waren schlechte
Designs/Layouts und ein Problem der Technik. Wenn mein Rechner zu
lange braucht, um eine neue Szene zu laden langweilt mich das. Wenn
ich auf einen Gegenstand klicke und es passiert erst einmal nichts,
langweilt mich das. Wenn ich fünf mal bei einem Jump&Run-Spiel
in den Fluß gefallen bin – werde ich ungeduldig. Wenn ich eine
Aufgabe wiederholt nicht lösen kann – höre ich auf zu spielen.
Bei einem „normalen“ Spiel ist das egal – es ist ja nur ein
Spiel. Bei einem Lernspiel habe ich nichts gelernt und somit das
(Lern-)ziel nicht erreicht. Hier liegt in meinen Augen ein großer
Unterschied zwischen Spielen für die Freude und dem Spielen um zu
lernen. Wen stört es, wenn ich ein „normales“ Spiel abbreche und
nicht weitermache? Wen stört es wenn ich ein Lernspiel für den
Unterreicht nicht zuende spiele? Genau, den Lehrer – bzw. es hat
viel größere Konsequenzen.
Nach dem Vortrag wurde diskutiert, ob
DGBL funktionieren kann. Ich denke, es kann so lange funktionieren,
solange der Spaß und die Motivation überwiegen. Es funktioniert
nicht mehr, wenn das Spiel zur Pflicht und somit zur Last wird.